Friedhofsgelände Woltersdorf

In alter Zeit lag das Gelände, wo die Woltersdorfer ihre Toten begruben, in der Ortsmitte. Spätestens 1555, als in Woltersdorf eine Kirche erwähnt wird, lag der Friedhof an der Kirche, zum größten Teil westlich davon. Er war von einem Zaun umgeben um die Totenruhe zu gewährleisten. Aus der Kirchenkasse, wurde 1684 ein neuer Zaun bezahlt, Kosten: 12 Taler und 13 Groschen. Im Jahre 1724 wurde eine Leichenhalle erbaut zur Aufbewahrung der Totenbahre und zur kurzfristigen Aufbewahrung der Verstorbenen.
1754 ist von einer Vergrößerung des Friedhofs die Rede. 1759 brauchte die Leichenhalle ein neues Dach.
1771 werden Grabgebühren erwähnt, 6 bis 8 Groschen für eine Grabstelle.
Durch das Anwachsen der Einwohnerzahl wird 1804 eine Verlegung des Friedhofs erwogen, weil der Platz bei der Kirche nicht mehr ausreicht.


 

1806 erging dazu eine behördliche Anordnung, aber die Sache zog sich hin, Notzeiten und Geldmangel verhinderten die Ausführung.
Erst 1817 wurde ein neuer Begräbnisplatz "vor dem Dorfe" angelegt. Er lag an der späteren "Lindenstraße" am Wege nach Erkner. Heute heißt die Straße "August Bebel Straße".
Zunächst wurde eine Fläche von 1 Morgen und 80 Quadratmetern auf Kosten der Kirchenkasse als Friedhof eingerichtet. Es war also wiederum ein kirchlicher Friedhof. Im Jahre 1862 musste der Friedhof erweitert werden in Richtung Berliner Stadtforst. 1911 wurde eine Friedhofskapelle erbaut.
1921 wurde abermals eine Vergrößerung des Friedhofs vorgenommen. Das älteste erhaltene Grabmonument stammt von 1820. Die Witwe des Schleusenmeisters Erbkam, liegt dort begraben. Daneben ruhen zwei weitere namens Erbkam, 1840 und 1855 gestorben. An der Straße rechts und links vom Haupteingang befinden sich Erbbegräbnisse, deren Rückseiten nach außen gleichsam eine Friedhofsmauer bilden.
Ähnlich ist das auf der Grenze nach Süden zum Berliner Stadtforst hin. Im Laufe der Zeit wurden viele verstorbene Woltersdorfer auf dem Friedhof begraben. Nach Ablauf der Ruhefrist wurden die Grabstellen größtenteils eingeebnet.


 

Derzeit - im Jahre 2014 - befinden sich etwa 2000 Grabstellen auf dem Friedhof, die mehr oder weniger gut gepflegt werden.

Man kann auch die Pflege gegen Bezahlung durch die Mitarbeiter des Friedhofs vornehmen lassen. Abgelaufene Gräber werden jeweils eingeebnet, neue Grabstätten kommen hinzu. Es gibt Reihen von Grabanlagen für Erdbestattungen, aber auch Anlagen mit Urnengräbern sind vorhanden.
Eine größere Fläche ist für anonyme Urnenbeisetzungen bestimmt. Im Allgemeinen sind Grabsteine vorhanden mit den Namen, Vornamen sowie Geburts -und Sterbedaten der Verstorbenen.
Eine Grabanlage mit Stein und Kreuz erinnert an sechs verstorbene Soldaten aus der Zeit des ersten Weltkrieges. 19 Grabstellen tragen Holzkreuze mit Namen aus der Zeit von 1939-1945. Manche sind im Lazarett gestorben, oder aber in den letzten Kriegstagen im April 1945 gefallen.